Vortrag vom Prof. Hankel
Die Euro-Bombe wird entschärft
Die Euro-Bombe wird entschärft
Es war einmal… der €uro
Gebt uns unsere D-Mark zurück
Es war einmal der Euro
Das Euro-Abenteuer geht zu Ende
Es war einmal der Euro
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Das Ende der Euro-Illusionen Interview mit John Lanta

Lanta: Der Spiegel titelt mit einer kaputten Euro-Münze und fragt: Was jetzt? Wie schlimm ist die europäische Währungs- und Finanzkrise?

Hankel: Endlich verfügt die Öffentlichkeit über ein klares Bild der Situation des Euro – nämlich die Bewertung durch die Finanzmärkte, statt mehr oder minder zweckbestimmter Kommentare durch Regierung, Medien und den Spiegel. Endlich verfügen wir nämlich über ein objektives Thermometer über den Stand des Euro-Fiebers, der Staatsverschuldung und der Fehlinvestitionen der Banken sowie der damit verbundenen Kreditrisiken. Jeder kann das jetzt an den durch die einzelnen Krisenländer zu zahlenden Zinsen und Kurssicherungskosten zweifelsfrei ablesen. Denn die Märkte sind endlich aufgewacht aus der gefährlichsten aller Euro-Illusionen: als ob die verschiedenen Euro-Länder gleiche Bonität und gleiche Kreditwürdigkeit besäßen. Es gehört zum Irrationalismus deutscher Politik gerade jetzt, wo das Fieberthermometer funktioniert, es außer Kraft setzen oder gar abschaffen zu wollen. Auch afrikanische Buschmänner handeln nach dieser Logik: Wenn man  das Fieberthermometer zerbricht, ist das Fieber weg und der Patient wird gesund!

Lanta: Wo steht es und wie sind die Aussichten des ESFS?

Hankel: Der so genannte Rettungsfonds soll mit einem Eigenkapital von 28 Millionen Euro an einem Ausleihungsvolumen von 400 Milliarden Euro funktionieren. Das wäre  eine Haftungsquote von 0,007%! Die ersten Quittungen hat er ja schon bekommen: Weder werden seine Anleihen zügig gekauft, noch zu deutschen Zinssätzen. Der Fonds musste erst kürzlich das Doppelte des vergleichbaren deutschen Zinssatzes zahlen. Es ist mir schleierhaft, wie man glauben kann, dass ein Fonds, der Schrottanleihen kaufen soll, seinen AAA-Status behalten kann.

Lanta: Eurobonds oder EZB-Käufe von Schrott-Anleihen: Was empfehlen Sie?

Hankel: Weder das eine noch das andere. Sowohl das Bundesverfassungsgericht als auch die Bundesbank verbieten Eurobonds. Das Bundesverfassungsgericht, weil eine Finanzierung von Staatsdefiziten über Eurobonds zu einer unbegrenzten Übertragung von deutschen Staatseinnahmen an das Ausland führen würde – und diese Automatik hat das Gericht verboten.

Eine Finanzierung von Schrottanleihen über die EZB, das hat Bundesbankpräsident Weidmann erst kürzlich unmissverständlich klargestellt, zerstört die Währung und damit den Kredit Europas an den internationalen Finanzmärkten. Deswegen bedeutet der Kauf von Schrottanleihen durch die EZB keine Rettung des Euros sondern ist der sicherste Weg in seinen Untergang.

Lanta: Wie bewerten Sie die französische und die englische Politik in dieser Lage?

Hankel: Die französische Politik ist von der Angst um das eigene Bankensystem geprägt, denn Frankreichs Banken sind in Griechenland am stärksten exponiert. Englands Haltung zur Eurokrise spiegelt natürlich auch die Interessen dieses Landes wider: Es hat seine eigene nationale Währung und will sie auch behalten. Deswegen tut Frau Merkel gut daran, sich mehr an der englischen Sicht als an der französischen zu orientieren, denn auch Deutschland muss zurückfinden zu seiner nationalen Währung.

Lanta: Was sollte die Bundesregierung Ihrer Ansicht nach tun?

Hankel: Viel engeren Schulterschluss mit England als mit Frankreich suchen. Eine Lösung der Eurokrise auf der Grundlage nationaler Währungen würde die verhängnisvolle Spaltung Europas in Euro- und Nicht-Euroländer beseitigen.

Lanta: Können wir uns das als Exportland erster Klasse leisten?

Hankel: Und ob! Deutschlands Wirtschaft beginnt langsam zu begreifen, dass Exportstärke und Exportleistung und eine schwache Währung nicht zusammengehen. Unser Nachbar Schweiz zeigt gerade, was er mit seiner starken Währung leisten kann: den billigen Einkauf von hoch rentablen Produktionsstandorten im Ausland.

Lanta: Aber es heißt doch, dass die neue alte Mark sofort unter einen riesigen Aufwertungsdruck käme…

Hankel: Das wäre wunderbar, dann könnten Schäuble oder seine Nachfolger Deutschlands Billionen Euro-Staatschulden billig tilgen.

Lanta: Am kommenden Freitag, den 2. Dezember 2011, findet im Berliner Hotel Adlon eine Tagung mit hochrangigen Finanzexperten wie Ihnen und weiteren Professoren wie Kerber, Hamer vom Mittelstandsinstitut und Polleit von der Barclays Bank Deutschland statt. Wozu dient diese?

Hankel: Einer besseren Information als beim Spiegel! Diese Tagung soll einer breiteren Öffentlichkeit verständlich machen, worum es in Wahrheit geht. Unsere Bürger müssen auf gesicherter Grundlage entscheiden können, wie sie sich und ihre Vermögen vor den Folgen des Euro-Wahnes schützen können. Ihnen wird doch in Sachen Euro permanent blauer Dunst vorgemacht! Alle Redner sagen erstmals genau, was geschehen muss, um dauerhaft aus der Krise herauszukommen – und begründen mit diesem Tag eine engere Zusammenarbeit. Das soll diese Bundesregierung unter Druck setzen.

Lanta: Wer kann zu dieser Veranstaltung kommen?

Hankel: Jeder ist willkommen. Es geht jeden von Ihnen an, es geht um unsere Zukunft und die unserer Kinder.

Kommentieren

  • GRÜNTHAL:

    warum schicken wir Deutschen mit unserem Wahlverhalten die “Dümmsten” in die Politik? So viele Nicht wähler wie in Deutschland gibt es kaum in einem anderen Land. Es ist ein Glück für Deutschland, dass noch solche kluge Ökonomen gibt wie Herrn Prof. Dr. Hankel, der unermüdlich mahnt in welchen Schlamassel wir Deutsche uns begeben, wenn das Euro-Abenteuer nicht endlich beendet wird. In der Geschichte des Geldwesens hat sich jeder Versuch einer Gemeinschaftswährung nach kurzer Zeit in Luft aufgeklöst, weil jeder Staat seine eigenen Interessen verfolgen muss. Mit dem Euro will man uns “Dynamit als Dynamik” – lt. Prof. Hankel – verkaufen.Das war aber von Anfang an klar. Aber Ideologie ging vor Ökonomie. Wohin das führt zeigte der Zusammenbruch der DDR.Wenn ich Merkel und Co. zur Rettung des Euros zuhöre fühle ich mich in eine Parteiveranstaltung der DDR versetzt. Da wurden auch nur Erfolge verkündet. Aber Frau Merkel hat ja darin Erfahrung. Sie hat als Freundschaftsratsvorsitzende auch nur Erfolge verkündet. Aber bis 2013 ist das Abenteuer Euro endlich zu Ende. Davon bin ich fest überzeugt. Länger lässt sich ein Volk nicht verdummen, weil die wahl wieder ansteht.

  • Marcel Mattern:

    Sehr geehrter Herr Hankel,

    Ihre ausgezeichnete Interpretation von wahrheitsgemäßen Fakten/Tatsachen und der
    Realität ist gold/diamanten-wert. Ich habe diese Problematik offen an http://www.direktzu.de/Kanzlerin über
    Mail geschrieben und siehe da, die Wahrheit die so bitter schmeckt wurde gelöscht.
    Mein Beitrag wurde einfach nicht veröffentlicht. Politiker lügen und betrügen seit Jahrhunderten und sie gestehen nie ihre Fehler ein z. B. das dieses nette kleine Euro-Experiment für immer gescheitert. Diese sogenannten vergeblichen Rettungsversuche mit Rettungsschirmchen sind alles nur Hinauszögerungen. Wie 2001 ein Araber die “Euro-Vision” hatte das 10 bzw. 11 Jahre später der Euro untergeht und dieses Szenario wird 2011/2012 auch eintreten 2012/2013 wird dann die neue Währung eingeführt, die schon gedruckt wird. Entweder die Währung der neuen Weltwirtschaftsmächte Japan bzw. China oder die neue alte Währung die D-Mark. Der Euro ist ein Auslaufmodell, den gibt es nicht mehr lange. Die ganze Welt wird davon erfahren. Das Schicksal vom Euro ist besiegelt.