Es war einmal… der €uro
Das Euro-Abenteuer geht zu Ende
Es war einmal der Euro
Geldherrschaft
Es war einmal der Euro
Deutschland wählt

Sollte über die „EU-Rettungspakete“, verbürgt aus unseren Steuergeldern, per Volksentscheid entschieden werden?

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Interview mit Prof. Hankel mit 20 Minuten Online

Herr Hankel, sie sind ein Eurokritiker der ersten Stunde und warnten bereits bei der Einführung vor der Währung. Nun haben Sie recht bekommen. Ist das eine Genugtuung?

Wissenschaftlich ist es eine Genugtuung, politisch aber keinesfalls. Ich sehe mich in der Rolle des Vaters, der sein Kind vor dem Überfahren durch ein Auto retten muss.

Wie nahe ist denn das Fahrzeug bereits?

Das Kind ist halb überfahren. Das Unglücksgefährt muss dringend gestoppt werden. Die Währungsunion in dieser Form ist gescheitert. Jede Rettungsaktion vergrössert die Krise zusätzlich und macht die Situation in einzelnen Staaten nur noch schlimmer.

Wie meinen Sie das?

Die schuldengeplagten Staaten verlieren an Demokratie, weil sich Brüssel stärker einmischt und ihnen Regeln aufzwingt. Zudem werden die Bürger in den helfenden Staaten geschröpft. Der deutsche Finanzminister Schäuble will 80 Prozent der Staatseinahmen für die Rettung verpfänden. Damit lähmt sich Deutschland selbst massiv.

Etwas provokativ gesagt: Deutschland hat doch stark vom Euro profitiert. Jetzt wird das Land zur Kasse gebeten. Das ist gerecht.

Dass Deutschland vom Euro profitiert hat, ist eine der dreistesten Lügen überhaupt. Es wird immer übersehen, dass der Exportanteil der deutschen Wirtschaft schon vor über zehn Jahren bei 40 Prozent lag – und dort liegt er noch heute. Wir verdanken den Erfolg dem wachsenden Weltmarkt und der Lohndisziplin. Die Reallöhne sind seit Einführung des Euro nicht gestiegen, was die deutschen Produkte stets attraktiv machte.

Was wäre heute anders,wenn die EU-Staaten ihre eigenen Währungen behalten hätten?

Die finanzielle Situation in den Euroländern wäre massiv besser. Die Angst vor Abwertung der eigenen Währung sowie Bedenken, dass Investitionen ausbleiben könnten, hätte die Überschuldung verhindert. Eine Misswirtschaft wie wir sie beispielsweise in Griechenland sehen, hätte nicht statt gefunden.

Wird die Eurozone wegen der Schuldenproblematik auseinanderbrechen?

Wenn die Eurozone auseinander bricht, ist das kein Unglück. Es wird auch danach ein Europa geben. Wenn aus der Währungsunion wieder eine Wechselkursunion würde, könnte jedes EU-Land nach seiner Facon selig werden. Die Krisen-Länder könnten ohne Diktat von ausländischen Vögten eigene Reformen durchführen. Mit dem auseinanderbrechen der Euro-Zone würde der europäische Wirtschaftsraum EWR, wie wir ihn bis 1994 hatten, wiederbelebt.

Am Donnerstag beraten die EU-Staatschefs über die Rettung Griechenlands. Könnte die Hilfe den Rettern gefährlich werden?

Das Problem ist, es geht lediglich um eine Pseudo-Rettung. Und diese wird wegen des immer grösseren Ausmasses für die Helfenden gefährlich. Es ist als ob der Ertrinkende den Retter mit in die Tiefe zieht. Früher oder später wird der Bankrott Athens eintreffen. Tragisch ist: Die Europäische Zentralbank hat während Jahren vor der desolaten Situation im griechischen Haushalt die Augen verschlossen.

Fakt ist doch: Die EU hat bereits so viel Geld nach Griechenland gepumpt – nun können die Minister doch nicht einfach Stopp sagen. Sonst wäre alles Vorherige für die Katz.

Die Regierungschefs müssen die Hilfe an Griechenland einstellen, wenn sie den Euro retten und ihre Glaubwürdigkeit wiedergewinnen wollen. Eine kleinere Währungsunion mit den starken Länder des Nordens könnte erfolgreich sein.

Dann wollen Sie die Griechen also aus dem Euro schmeissen?

Ja. Man sollte Griechenland im gegenseitigen Einvernehmen aus der Eurozone ausschliessen. Das ist eine Lösung der ökonomischen Vernunft. Historisch wurden alle Währungskrisen über Abwertung der Währung gelöst. Das ist nicht möglich, so lange die Griechen in der Euro-Zone sind.

Bei einem solchen Schritt würden doch alle Griechen die Konten plündern und das System zusammenbrechen.

Das ist ein Märchen, um Griechenlands Ausschluss aus der Währungsunion bereits im Keim zu ersticken. Die Rückkehr zur Drachme wäre möglich, man müsste dies einfach über Nacht umsetzen. Die Euro-Guthaben der Griechen bei ihren Banken würden eins zu eins in Drachme umgewandelt, deren Wert zum Euro aber massiv sinken dürfte. Wer sein Geld bei einer ausländischen Bank gehortet hat, hat Glück gehabt. Diese Guthaben bleiben verschont.

Geht es nach Ihnen, würde Griechenland also besser zur Drachme zurückkehren. Wünschen Sie sich auch die D-Mark zurück?

Ja, und ich sage das als überzeugter Europäer und Demokrat. Man kann Währung und Staat nicht gut trennen. Zudem bin ich der Meinung, dass Deutschland und die EU mit der Mark besser dran waren. Sie war durch die Haltung Deutschland eine Anti-Inflations-Währung.

Kommentieren

  • Klein:

    Sehr geehrter Professor Hankel,

    ich mache mir Sorgen um den Finanzminister.

    Kann jemand, der eimal Kanzler werden wollte, dann ein Attentat erlitt und kurz danach nichts als Streben in die Politik zurück wollte und das dann auch vom Rollstuhl aus durchsetzte, ein seriöser Finanzminister sein ?

    Ist dieser Mensch seriös oder getrieben ?

    Ich habe Angst vor Schäuble und seinen Absichten.

  • Chrysostomos:

    Richtig.
    In Wahrheit handelt es sich nicht um einen Rettungsschirm, sondern um einen Jackpott.
    Spielberechtigt nur Handlanger der Bilderberger Ackermann, Rothschild, Rockefeller usw.
    Finanzierung durch Steuerzahler.

    War übrigens von Anfang an die Absicht.
    Genau, wie Immo-Krise 2007, geplant von Bankstern und korrupten Politikern schon 4 Jahre vorher.

    Glaubt Ihr nicht?
    Von wann ist wohl dieser Artikel?

    http://www.handelsblatt.com/archiv/bad-bank-sorgt-fuer-aufregung/2228686.html

  • hellbreakslose:

    Zitat: “Dass Deutschland vom Euro profitiert hat, ist eine der dreistesten Lügen überhaupt. Es wird immer übersehen, dass der Exportanteil der deutschen Wirtschaft schon vor über zehn Jahren bei 40 Prozent lag – und dort liegt er noch heute.”

    LOL. Vor 10 Jahren GAB ES DEN EURO SCHON. Die zahlen von 1989-1999 und davor SPRECHEN EINE KOMPLETT ANDERE SPRACHE. Wie blöd muss man eigentlich sein um so einen schwachsinn zu postulieren?!?

  • Rummel:

    Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Hankel,
    wie bisher kann ich Ihren Ausführungen nur voll und ganz zustimmen. Es muß allen Deutschen jedoch klar sein, dass hinter den ganzen Machenschaften zur Euro Einführung, den angestrebten “Vereinigten Staaten von Europa”, der Schaffung der Brüsseler EU-Diktatur, mit gleichzeitigem Abbau der nationalen Rechte und der angestrebten Abschaffung der europäischen Nationalstaaten, ausschließlich die Hochfinanz steht. Die Politiker sind größtenteils nur noch willige Marionetten in der Hand dieser skrupellosen “Finanzelite”, wobei eine andere Bezeichnung für diese Bangster angemessener wäre.
    Um dieses Machwerk noch zu stoppen muß das Volk europaweit und vor allem in Deutschland endlich aufgerüttelt werden, und über die unabsehbaren drastischen und dramatischen Folgen informiert werden. Wir alle stehen bereits am Rande des Abgrunds. Die verantwortlichen Politiker werden uns NICHT retten!!!
    Mit freundlichen Grüßen
    M.R.

  • Adolf Breitmeier:

    Am schlimmsten ist der Verlust der Souveränität und damit der Demokratie. Aber mir scheint, das ist das Ziel vieler Politiker. Ein Europa der Vaterländer mit starken Demokratien und Eignmeverantwortung für ihr Wirtschaften, das wäre ein starkes Europa. Konkurrenz hebt und belebt das Geschaäft. Wo aber ein Rettungsschirm . sogar ein automatischer besteht, da schaffen nur die Blöden. Dabei haben wir in Deutschland schon genug Geld für Gäste aufzubringen und leihen uns dafür jedes Jahr so um die dreißigmilliarden.
    Die im Raum stehenden Summen sind eigentlich gar nicht zu erfassen, die sind so aberwitzig, dass man den Gedanken daran zur Seite schieben muss, um nicht auszurasten.