SO KLAPPT’S NICHT in der Jungen Freiheit
Euro-Bonds: Transferunion schürt weitere Sozialkonflikte
In ihrer Panik lassen die sogenannten Euro-Retter nichts unversucht, der Gemeinschaftswährung die letzte Überlebenschance zu rauben. Mit der Währungsunion zwischen 17 die multikulturelle Vielfalt Europas wiederspiegelnden und zugleich auslebenden Teilnehmerländern haben die Euro-Politiker den Experimentalbeweis erbracht, daß es ein für alle EU-Staaten gleich gutes und stabiles Geld nicht geben kann. Jede der europäischen Gesellschaften und Kulturen verbindet mit dem Geldwesen andere Lebensvorstellungen und -träume, die jeweilige nationale Politik reflektiert diese Mentalität und hat ihr zu folgen.
Jeder Euro-Staat setzt daher mit seiner Geld- und Finanzpolitik andere Akzente. Das ist der eigentliche Grund für das Scheitern der 1999 geschaffenen und 2002 im Portemonaie des Bürgers angekommenen Europäischen Währungsunion (EWU). Von Beginn an war klar, daß es so etwas wie eine Stabilitätspolitik nach deutschem Muster und Vorbild in der Euro-Union niemals geben würde – und könne. Kluge Ökonomen haben dies der Politik von Beginn an zu bedenken gegeben – leider nicht alle, und am wenigsten jene, die es am besten hätten wissen müssen: die Experten in Regierungen, Finanz- und Großindustrie.
Das Modell der Deutschen Bundesbank (das nach der Währungsreform 1948 durch Freisetzung zuvor ungeahnter unternehmerischer Energien ein „Wirtschaftswunder“ bewirkt hat) war weder auf ganz noch halb Europa übertragbar. Nicht einmal auf unseren Nachbar Frankreich! Jetzt liegt das Kind im Brunnen. Und wieder haben die Euro-Retter alles vergessen und nichts dazu gelernt. Der Euro kann weder durch noch so viele und traute Tete à Tetes des deutschen Michel, vertreten durch Angela Merkel, mit Frankreichs Marianne, verkörpert durch Nicholas Sarkozy, noch durch eine neue Wunderwaffe namens „Euro-Bonds“ gerettet werden.
Dieser Begriff bezeichnet die seit Beginn der Griechenlandkrise im Frühjahr 2010 ernsthaft diskutierten Staatsanleihen eines „Staates“, den es nicht gibt und nie geben wird – nämlich des „eingetragenen Vereins“ EU. Die gemeinschaftlichen Euro-Bonds sollen garantiert werden von den Steuerzahlern seiner zahlungsfähigsten Mitgliedsländer, also allen voran Deutschland. Für Griechenland, Portugal und Irland war es auf Grund ihrer Schuldenlast unmöglich, sich zu bezahlbaren Konditionen am Kapitalmarkt zu refinanzieren – sie mußten unter den Euro-Rettungsschirm (für den theoretisch alle Euro-Länder bürgen) flüchten.
Da nun auch Spanien und Italien immer höhere Zinsen für ihre Anleihen bieten müssen und der 750-Milliarden-Rettungsschirm für sie (geschweige denn Frankreich) ausreichen würde, müssen neue Hilfskonstrukte her. Man weiß nicht, was hier überwiegt her: der schiere Unverstand oder die zynische Verantwortungslosigkeit? Wie können Politiker ernstlich glauben, Überschuldung ließe sich immer fort durch noch billigere Schulden kurieren? Wie können Experten nach den bösen Erfahrungen mit der Finanz- und Bankenkrise für ihre (Un-)Wertpapiere, hinter denen lediglich die Schrottanleihen der vom Konkurs bedrohten Euro-Staaten stehen, überhaupt einen zahlungswilligen und aufnahmefähigen Markt vermuten, der sich mit „deutschen“ Zinsen begnügt?
Wer immer diese Papiere kauft, kann sie gleich abschreiben. Ein deutscher Finanzminister, der für bereits gegebene – aber erfolglose – Hilfsversprechen an solche Euro-Staaten vier Fünftel seines Jahresetats verpfändet, verliert automatisch seine Kreditwürdigkeit, wenn er bei dann bei eine Staatsverschuldung von 100 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (derzeit schon 80 Prozent) angekommen ist oder diese rote Linie gar überschreitet. US-Präsident Barack Obama wird es gerne bestätigen.
In der gesamten Nachkriegszeit ist kein deutscher Finanzminister jemals so leichtfertig mit seinem Haushalt und dem Geld des Steuerzahlers umgesprungen, wie Wolfgang Schäuble. Die gefährlichste Folge des wie auch immer finanzierten Finanzausgleichs unter den ungleichen Euro-Staaten aber wird tot geschwiegen: der für den Hauptretter Deutschland unausweichliche Zinsanstieg. Er stürzt das Land aus der gerade überwundenen Realkrise zurück in neue Wachstumsschwäche, in Investitionsrückgang und die fatale Zunahme der Arbeitslosigkeit.
Mit der Transferunion (in der Europa mit den Euro-Bonds definitiv angekommen ist) wird nicht nur das Lieblingskind aller deutschen EU-Politiker gemordet: der Euro. Europa öffnet sich selber das Tor für Sozialunruhen und Jugendrevolten à la London, Athen oder Madrid. Was schreckt bei dieser Art der Euro-Rettung mehr: der drohende Verlust der Kreditwürdigkeit à la USA oder die Übertragung der Sozialkonflikte auf die noch ruhigen Kapitalen der Euro-Zone wie Berlin? Das eine wie das andere! Europa muß sich entscheiden, ob es sich mit unfähigen Politikern in die Doppel-Gefahr instabilen Geldes und instabiler Verhältnisse stürzt – oder sich Politiker sucht, die beides vermeiden; es mit stabilem Geld vor diesen Gefahren bewahrt.




Das Bild des Schirms, der Rettung verheißen soll, ist m.E. irreführend. Wesentlich näher käme dem schon der Begriff »Rettungsanker«, tonnenschwer und geworfen von einer Schaluppe, denn so stabil ist das System auch nicht mehr, Dank diverser wirtschaftlicher Eskapaden.
Für mich ist dieser von den diversen Regierungen verbrochene Zauber eher sowas wie Wasser ins Meer schütten. Warum die das tun, wäre vielleicht noch verständlich: Weil das Wasser, was in das Meer rein soll, woanders gestaut, gebunkert wird. Dadurch sind die Bäche und Ströme zum Meer hin ausgetrocknet, das Wachstum geht zurück, das Meer kriegt kein Wasser mehr. Warum in aller Welt aber umgehen die europäischen Regierungen den natürlichen Weg des Wassers und lassen sich auf solche Spielchen ein? Das bringt keinem was, am wenigsten den Banken. Gibt eh zuviel davon.
Bisher war ich immer der Meinung, daß die hohen Dam- und Herrschaften wüßten, was sie so treiben, wenn sie sich in Steuerzahlers Alimenten baden, aber dieser Eindruck geht immer weiter zurück.
Sehr geehrter Herr Prof. Wilhelm Hanke; Die beiden von Weizsäcker (der eine im Generalsstab, der andere ein Leutnant), der gewesene Präsident der Bundesrepublik Heuß, der bekannte Politiker Schmidt wurden nach dem Holocaust gefragt; alle diese Leute sagten: “Von einem Holocaust haben wir nichts gewußt!” Das die Frau von Hitler, das Schaper; und seine Sekretärinnen nichts vom Holocaust wußten, ist eigenartig. Das die Gefangenen von Nürnberg nichts von dem Holocaust wußten, ist klar; die wollten ihr Leben retten. Es scheint klar, daß der fiese, dreckige Adolf und seine Vertrauten mit Hexerei und der schwärzesten von schwarzen Kunst gearbeitet hatten; für mich ist das klar. Wie und Womit Kann ich mir selbst und vor allem meinen Gesprächspartnern das klar machen? Warum sagt Ihr eigentlich nicht einmal etwas? Besonders Herzlichen Gruß Dagobert R. Forner
Dagobert R. Forner Dipl. Ing.; Zum Werhahn 2; 50169 Kerpen-Horrem
Die Ausführungen von Prof. Hankel sind völlig richtig. Nichts wird sich dermaßen desaströs für die Steuerzahler auswirken wie die Einführung von Euro Bonds.
Es wird dazu führen, daß die Zinsen am Kapitalmarkt für Deutschland zwischen 1 und 1,5 Prozent steigen werden. Was den Steuerzahler um die siebzig Millarden mehr kosten wird. Ferner wird dann aufgrund der Haushaltslage im Sozial Bereich und beim Mittelstand das Geld geholt.
Dies werden die Haupt Leidtragenden sein. Die Menschen die über die 2/3 des Volksvermögens verfügen, haben sich schon längst aus der Verantwortung gezogen und ihre Vermögen in Steueroasen verteilt.
Wir werden uns eines TAges fragen müssen, inwieweit wir noch von einer Demokratie reden können, oder ob wir uns schon auf der Stufe zum Wirtschaftsfaschismus befinden. Denn in der EU regieren schon die Banken und Konzerne auf breiter Front mit.
Die Belange des Bürgers und Wählers findet hier nur noch am Rande statt.