Vortrag vom Prof. Hankel
Die Euro-Bombe wird entschärft
Die Euro-Bombe wird entschärft
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Es war einmal der Euro
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Europa droht der Konkurs in der Jungen Freiheit

Finanzkrise: Nicht die Fondsmanager sind das Problem, sondern der Euro / Offener Appell an Helmut Schmidt

Helmut Schmidt verriet seinen Zeit-Lesern, dass er die Men­schen in drei Kategorien. einteilt: Die erste seien jene 98 Prozent nor­malen Menschen, die als Jungs vielleicht mal Äpfel geklaut haben, aber dann doch anständige Kerle geworden sind. Die zweite Kategorie seien die mit einer kri­minellen Ader, die vor Gericht und ins Gefängnis gehörten.

Die dritte Kategorie seien Invest­mentbanker und Fondsmanager: „Dabei ist das Wort Investmentbanker nur ein Synonym für den Typus Finanzmanager, der uns alle, fast die ganze Welt, in die Scheiße geritten hat und jetzt schon wie­der dabei ist, alles genauso zu machen, wie er es bis zum Jahre 2007 gemacht hat”, schrieb, ein zorniger Altkanzler.

Fondsmanager haben sich
auf Euro-Garantie verlassen

Als verdienter Batteriechef und Ober­leutnant der Wehrmacht weiß Schmidt allerdings auch, dass diese die Verleitung zum „Kameradendiebstahl” ebenso un­ter Strafe stellte wie die Tat selbst. Und diese Verleitung zu schändlichem Han­deln liegt im Fall der Euro-Krise vor – und Schmidt ist ja unbestritten einer der Urväter der Gemeinschaftswährung.

Die Währungsgarantie der Europä­ischen Währungsunion (EWU) lautet: Ein Euro ist immer ein Euro, gleich ob er aus Griechenland oder von den an­deren Pleite-Kandidaten stammt, oder von disziplinierten Währungspartnern wie Deutschland, den Niederlanden, Finnland oder Osterreich. Dies musste zwangsläufig dazu führen, dass erstere ohne geringstes Zutun etwas wurden, was sie zuvor niemals waren: international kreditwürdige Länder. Die-„be­schissenen” Fondsmanager haben sich auf diese Garantie verlassen und kräf­tig zugelangt, denn sie brachte, was sie brauchten: saftige Gewinne aus den sich von Griechenland bis Irland bildenden „Blasen” aus boomendem Immobili­ensektor, explodierenden Aktienkursen und ins Kraut schießenden Inflationsge­winnen zufriedener Investoren.

Nur wenige trauten dem Braten nicht und tauschten diese Gewinne aus „wei­chen” Y-Euro (auf den Euro-Scheinen steht die Kennung Y für Griechenland oder anderer Buchstaben wie V oder 5 für Spanien bzw. Italien) rechtzeitig um in originär deutsche und solide X-Euro (dieses X steht für den deutschen Euro).

Doch die Masse der „Spekulanten” aus dem vertrauensseligen Norden der Euro-Zone blieb in den weichen Euro­-Anlagen investiert: Nach Schätzungen der Finanzaufsicht dürften es allein bei den Riester-Renten knapp neun Prozent der „gesicherten” Vermögensbestände sein, und deswegen gibt es nun beides: die Zahlungskrise der Schuldner und die drohenden Verluste bei Banken, Fonds und Versicherungen.

Doch die Frage ist, wer hat diese „Sch…” angerührt? Es sind jene, die 500 Millionen Europäern am Beginn dieser fatalen Entwicklung eingeredet haben, mit dem Euro beschreite der alte Kontinent den Weg zum „wett­bewerbsfähigsten und dynamischsten, wissensbasierten Wirtschaftsraum – ei­nem Wirtschaftraum, der fähig ist, ein dauerhaftes Wirtschaftswachstum mit mehr und besseren Arbeitsplätzen und einen größeren sozialen Zusammenhalt zu erzielen”, so der 0-Ton der Lissa­bon-Erklärung des EU-Rates vom März 2000. Doch wer sind die geistigen Ver­fasser und Vorbereiter dieses Manifestes?. Es sind jene historischen Monumente wie Deutschlands Altkanzler Helmut Schmidt und sein „williger Vollstrecker” Helmut Kohl. Und für dessen Parteifreundin. und Amtsfortsetzerin Angela Merkel ist deren Vermächtnis trotz ihres merklichen Zögerns „alternativlos”.

Deutschlands wahre
Verantwortung für Europa

Doch jetzt geht es nicht mehr um die europäische Lyrik (wenn auch in Fäkal­sprache) altgedienter Politpensionäre. Allein im überschuldeten Teil der Euro­-Zone stehen Hunderte von Milliarden öffentlicher und privater Schulden im Feuer – genaue und verlässliche Zahlen sind bis heute nicht auf dem Tisch. Aber immerhin so viel steht fest: Selbst der kri­senerfahrene Internationale Währungsfonds (IWF) zögert mit weiteren Hilfen, weil er – leider zu Recht – an der „Kre­dittragfähigkeit” (sprich: Seriosität) der Schuldner zweifelt, ein Votum, an dem auch die neue IWF-Chefin, Frankreichs Ex-Finanzministerin Christine Lagarde, bei aller Liebe zum EU-Vertragsbruch nicht vorbeigehen kann.

Auch ehemalige Bundesbankchefs und Ex-Wirtschaftsweise” die dazu ra­ten, das Schuldenloch, in dem ein ganzer Kontinent zu versinken droht, mit einer „Global-Garantie” zuzudecken, verraten mit solchen „Rettungsplänen” nur, wie sehr sie mit ihrem Amt auch ihren Verstand und ihr Verantwortungsgefühl verloren haben. Denn diese Garantie stellt nicht die Kredittragfähigkeit der Schuldenstaaten wieder her, sondern zer­stört die der Sanierer! Die Rettungsko­sten werden auf Steuerzahler, Sparer und Rentner in den noch leidlich intakten Euro-Ländern abgewälzt. Und wer kauft „Eurobonds”, hinter denen nur faule Kredite und die Verschlimmerung der Krise in den Schuldenländern stehen?

Europa kann sich nicht durch Re­paraturen an seiner Schuldenmaschine – dem Euro – retten. Das kann einzig und allein die Wiederherstellung der Kredittragfähigkeit durch eine verlässlich-stabile von allen Gläubigern akzep­tierte Währung. Entweder die Schuldenländer stellen diese her, indem sie aus dem Euro-Verbund austreten, ihre neue Währung abwerten und so neu starten. Dann sind auch die Gläubiger für einen Schuldennachlass zu haben – oder zu zwingen, wenn sie es nicht freiwillig tun.

Denn Merkels übersehene Alterna­tive lautet: Mit eigener Währung kann jeder Pleitestaat seine Zahlungen an das Ausland ganz einstellen. Oder Deutsch­land besinnt sich auf seine wahre Ver­antwortung für Europa und stellt durch seinen Austritt aus der Euro-Zone diese Situation her. Einen solchen zukunfts­orientierten Rat hätte man von einem Altbundeskanzler und Weltökonomen erwartet. Wenn ihn Weisheit und Verantwortung leiten, sollte Helmut Schmidt ihn jetzt geben.

Kommentieren

  • Kay Himmler:

    Ich bin ein Kind der ehemaligen DDR (Jahrgang 1970). ich durfte am eigenen leib erleben wie es mit einer geselschaft und volkswirtschaft bergab geht wenn man ideologie vor ökonomie stellt ….

    wo es geendet hat konnte man sehen! und unsere politiker sind keinen deut besser als die bonzen in der ehemaligen DDR!!!

    wir gehen den gleichen weg,nur haben wir keine 40 jahre zeit bis zum kollaps …

  • Lieber Prof. Hankel, man muss “Ben” zustimmen. Was mich aber seit diesem Desaster unermüdlich treibt ist die Tatsache, ist die Frage als Bürger dieses Staates : ” Wo bleibt das deutsche Recht,wo bleiben die VerfolgungsOrgane gegen die FondsManager, gegen die ImmobilienGangster u.a. Speklulanten allein in unserem Land ? – Wo befindet sich das Werkzeug, um diesem Treiben wirkungsvoll und nachhaltig zu begegnen ? Warum klopft man nicht mit aller Wucht den opportunistischen Politikern deutscher Prägung auf die Finger mit dem Ziel, ihre Wachsamkeit gerade gegenüber dem Finanzsektor auf hohem Niveau zu halten und aufzuhören mit dem anglo-amerikanischen Götzendienst? Selbst der einfache ehrliche Mann weiß nunmehr, wer tatsächlich hinter der Finanzkrise >> es sind die verunreinigten Staaten << steckt und welche Ziele diese FinanzVerbrecher wie Greenspan & Nachfolger als sogenannte US-ZentralBank den europäischen Völkern zugedacht haben !
    Und noch eines ist m.E. eine Katastrophe : Wo bleiben die akademisch führenden Köpfe der Volks-und Finanzwirtschaft – die Institute , die Gutachter usw. völlig gleich welcher Coleur – mit ihrem Wissen um diese Zusammenhänge ? Hat denselben die Merkel auch einen Maulkorb gegen freies Denken, Reden und Schreiben wie den Chefredakteuren relevanter deutscher Zeitungen verpasst ?
    Als akademischer Senior ist es mir Angst und Bange um meine Kinder und Enkelkinder deshalb, weil sie im Moment hilflos die gesamten Fehlentscheidungen
    deutscher Politik für Deutschland in absehbarer Zeit tragen bzw. bezahlen müssen.
    Ich stehe unterstützend mit hinter Ihnen. Mögen Sie in unserem Namen, im Interesse unseres Landes gesund bleiben und Erfolg haben.
    Herzlich Ihr Werner Häckel